Prozess-Simulation

Prozess-Simulation, auch Discrete Event Simulation genannt, wurde Ende der Fünfziger Jahre zuerst formuliert und hat sich seitdem zu der am meisten eingesetzten Operations Research Methodik entwickelt. Der Fokus liegt dabei auf der Simulation und Optimierung von komplex-dynamischen Materialfluss-Systemen und Geschäftsprozessen, um aus einer Analyse der Systemstruktur und des von ihr verursachten Verhaltens langfristig wirksame Entscheidungs- und Strategieregeln abzuleiten.

Das bevorzugte Anwendungsgebiet war und ist die Fabrik-Simulation. Aber auch andere Logistiksysteme wie Distributionsnetzwerke, Läger und Supply Chain Systeme werden mit der Prozess-Simulation modelliert. Es gibt heute kaum ein Themengebiet bzw. eine Fragestellung bei Materialfluss-Systemen, bei der diese Modellierungstechnik nicht erfolgreich angewendet worden wäre. Besonders etabliert haben sich inzwischen Management Flug Simulatoren für das Executive Management.


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Darstellung eines Modells zum Karosseriebau


Methodik

Charakteristisch für Prozess-Simulation ist die modellhafte Repräsentation des komplex-dynamischen Systems durch Prozesslogik bzw. Ablaufsequenzen, durch die Einheiten (Entitäten) gemäß der Entscheidungslogik fließen und dabei Aktivitäten und Operationen, zum Beispiel den Zugriff auf Ressourcen, durchführen. Die Prozess-Simulation gründet auf eine prozessuale Weltsicht.

Die klassischen Kenngrößen, mit denen Prozess-Systeme beschrieben werden und auf die hin diese optimiert werden, sind zum Beispiel Durchlaufzeit, Ressourcen-Auslastung, Warteschlangengröße, Pufferdimensionierung, Bottleneck-Analyse und Systemdurchsatz.


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Darstellung eines Modells für den Kundenservice


Klassische Fragestellungen des Executive Management

Typische Fragestellungen des Executive Managements, die mit der Methodik Prozess-Simulation in praxisbezogenem unternehmerischem Kontext adressiert werden, sind zum Beispiel:

  • Szenarien-Analysen und -technik
  • Nachhaltigkeitsbetrachtungen
  • Absicherung des Designs einer Fabrik oder Lagers
  • Absicherung des Designs einer Supply Chain oder Distributionsnetzwerkes
  • Unterstützung von Planungsprozessen im strategischen und operativen Management und zur Darstellung und Optimierung von Prozessabläufen
  • Risk Assessment für Materialfluss-Systeme
  • Robustheits-Analysen von Geschäftsprozessen


3D Modell einer Fabrik-Simulation, Quelle: Thesys Group, www.arenasimulation.hu

Typische Anwendungsfelder von Prozess-Simulation

Zu den typischen Anwendungsfeldern von Prozess-Simulation gehören heute zum Beispiel:

  • Fabriken bzw. Produktionen jeder Art
  • Supply Chain
  • Läger und Distributionsnetzwerke
  • Flughafendesign, Cargo, Bahn und Transport
  • Krankenhaus
  • Militär
  • Call Center und Geschäftsprozesse

Vorteile von Management Flug Simulatoren

Simulationsmodelle, die auf der Methodik von Prozess-Simulation gründen, geben dem Executive Management in den sich dynamisierenden Märkten der Zukunft folgende Vorteile in die Hand:

  • hochkomplexe Entscheidungssituationen im Produktionsbereich (globale Fertigungsverbünde, Kanban, JIT) ganzheitlich erfassen und transparent darstellen
  • unterschiedliche Vorstellungen verschiedener Entscheider offenlegen und Missverständnisse vermeiden
  • Fertigungs- und Supply Chain-Szenarien entwickeln und simulieren, um die Unsicherheit über die Zukunft greifbar zu machen
  • Identifizierung der Stellhebel zur wertsteigernden Unternehmensführung angesichts hoher Unsicherheit und Risiken
  • Strategiealternativen modellieren und per Simulation testen, bevor sie umgesetzt werden
  • Bewertung von nachhaltigen Unternehmensstrategien im Kontext von Innovation (wie RFID, Green Logistics oder alternative Energien) und diese in Wettbewerbssituationen
  • Implementierung eines Frühwarnsystems, um Marktveränderungen, Marktposition, strategische Entscheidungen und operative Maßnahmen in real time zu überwachen
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